Kleine Zeitung 22.04.2008
HTL-Ausbildung in Graz für arbeitslose Frauen
BULME Graz, Ausbildungszentrum Nowa und AMS starten im Herbst zweijähriges Kolleg für Maschinenbauerinnen.
Zu Maschinenbau- und Anlagentechnikerinnen können sich Steirerinnen ab Herbst 2008 in einem nur für Frauen konzipierten HTL-Kolleg ausbilden lassen. Zielgruppe des - österreichweit einzigartigen - Kollegs an der Höheren Technischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt (HTL-BULME) Graz- Gösting sind arbeitslose Frauen mit Matura, die eine neue berufliche Karriere starten wollen.
Chancen. Das weibliche Geschlecht ist in technischen Berufen nach wie vor stark unterrepräsentiert: "Es ist schade, dass Frauen die Chancen des Technikbereiches so wenig nützen", meint Ingrid Tlapak, Direktorin der HTL-BULME in Graz. Mindestanforderung für den Einstieg in einen technischen Beruf sei heute jedoch in vielen Betrieben die HTL-Matura. Das Grazer Ausbildungszentrum Nowa und der HTL-BULME haben daher im Auftrag des AMS Steiermark und des Unterrichtsministeriums eine entsprechende Ausbildungsmöglichkeit für Frauen entwickelt.
Technische Produkte. Die Maschinenbauingenieurinnen erwarte "ein breites Einsatzgebiet", schildert Bernd Nussmüller, Vorstand der entsprechenden Abteilung an der BULME: Sie konstruieren z.B. Motoren, fertigen Anlagen zur Energieerzeugung, designen moderne Leuchten und Lichtsysteme und beraten Kunden über diese technischen Produkte. "Wir bekommen wöchentlich Stellenangebote, andererseits ist es uns kaum möglich, Maturanten für diese Stellen zu begeistern, weil die meisten alleine schon über ihre Praktika im Rahmen der Ausbildung über hervorragende Firmenkontakte verfügen", so Nussmüller.
Start im September. Vor der eigentlichen viersemestrige Ausbildung an der BULME können die künftigen Schülerinnen bereits im Sommer eine sechswöchige "Technikwerkstatt" besuchen, in der die Frauen ihre technischen Fähigkeiten in den Werkstätten der BULME erkunden und in Exkursionen Betriebe und Berufsbilder kennen lernen. Das reguläre Kolleg Ausbildung beginnt im September. Nowa begleitet die Frauen während der Ausbildung und sorgt für den Einsatz genderbewusster Methodik und Didaktik im Unterricht, schildert Nowa- Geschäftsführerin Gertrude Peinhaupt. Der Unterricht findet zu den normalen Unterrichtszeiten statt.
Kosten. Das AMS Steiermark investiert 150.000 Euro in die Projektvorbereitung und -begleitung, mit weiteren 150.000 Euro soll der Lebensunterhalt der maximal 24 Teilnehmerinnen gedeckt werden.












